© Bettina Sangerhausen

Sieben Wochen ohne… Blockaden! Ver-rückt.

Mon, 15 Feb 2021 07:47:00 +0000 von Bettina Sangerhausen

© edition chrismon
Den Blick weiten.
Vom Blick durch die Sonnenblume in der Passionszeit


Altkreis Münden. Von Aschermittwoch bis Ostern wird gefastet. Auf etwas verzichten, was uns lieb und selbstverständlich geworden ist, kann die Augen dafür öffnen, wie gut es uns tatsächlich geht. Die Evangelischen Kirchen rufen auch dieses Jahr wieder zu „Sieben Wochen ohne…“ auf. Aber auf was soll man denn noch verzichten, wenn die Corona-Pandemie das Leben täglich schon in vielen Bereichen einschränkt? Das aktuelle Motto „Spielraum – Sieben Wochen ohne Blockaden!“ ist daher eher ein „Sieben Wochen mit…“. Sieben Wochen mit einem offenen Blick auf die eigene Umgebung, sieben Wochen, in denen man mal über den eigenen Schatten springt, um etwas Positives zu tun, sieben Wochen, um sich bewusst auf etwas Neues einzulassen.
Superintendent Thomas Henning: „Während ich diese Zeilen schreibe, liegt draußen dick der Schnee, es ist klirrend kalt. Ich sehe das Bild zur Aktion und denke: So etwas Verrücktes! Mitten im Winter ein Bild mit Sonnenblumen. Aber dann merke ich: genau darum soll es gehen. Die eigene Sicht der Dinge ver-rücken. „Spielraum“ ist eine Einladung, sich die Zeit und den Raum zu nehmen zum Spielen. Zum Ausprobieren. Ohne Blockaden. Mal die gewohnten Wege verlassen, verrücken und Neues spielerisch ausprobieren. Der Sonnenblumenblick im Winter.
Blockaden: Das sind in Corona-Zeiten viele verschlossenen Türen. Sieben Wochen ohne Blockaden kann heißen: telefonieren, mailen, skypen und die sozialen Medien nutzen. Sich mit dem Nachbarn zum Plausch an der Tür verabreden. Per Videokonferenz mit anderen zusammen singen.  Der Zeit einen Sinn geben. Sich bei der Diakonie melden und Einkäufe erledigen für die, die es nicht können. Also 7 Wochen lang ganz bewusst Kontakte suchen und pflegen trotz geschlossener Türen. 
Eine andere Idee orientiert sich eher am Gedanken der Passionszeit, in der Christinnen und Christen an das Leiden und Sterben Jesu Christi erinnern und darüber das Leiden in der Welt in den Blick nehmen. „Ohne Blockaden“ hieße dann, nicht vorbeisehen, sondern genau hinschauen. Das kann das eigene Leid, die eigene Begrenztheit sein. Dann könnten diese 7 Wochen genutzt werden, um z. B. endlich die Scheu zu überwinden und ein Testament zu machen, eine Vorsorgevollmacht auszustellen oder eine Patientenverfügung zu formulieren. 
Oder bei fremdem Leid hinschauen: die kranke Nachbarin könnte entdeckt werden, die Familie, die unter dem Lockdown mit Homeschooling an den Rand der Belastbarkeit kommt oder das Flüchtlingselend auf dem Balkan. Was könnte mein Sonnenblumenblick dazu sein?
Von Jesus wird berichtet, dass er 40 Tage (die Zeit von Aschermittwoch bis Ostern sind nicht zufällig 40 Tage, allerdings werden die Sonntage nicht mitgerechnet, weil sie traditionell nicht als Fastentage gelten) in der Wüste gewesen ist. Auch das wäre für mich ein Zugang zu dieser Corona-Pandemie, diese als eine Wüstenzeit des Lebens zu deuten und mich zu fragen nach den Kraftquellen für das eigene Leben. 
Ich merke, dass ich Lust bekomme, mich auf diese 7 Wochen ohne Blockaden einzulassen. Mir einen Spielraum zu eröffnen. Neues auszuprobieren. Unbekanntes zu wagen. Vielleicht werde ich Überraschendes erleben, neue Bekanntschaften machen, erleben, dass Gott in meinem Leben mehr bereithält, als ich bisher wahrgenommen habe. Machen Sie mit?“


Schreiben Sie uns: Welche Blockade räumen Sie in der Passionszeit beiseite? Teilen Sie mit uns Ihren neuen Spielraum, Ihr positives Erlebnis. Wir möchten diese guten Impulse über unsere Webseite weitergeben. Kontakt: bettina.sangerhausen@evlka.de, Webseite: https://kk-muenden.wir-e.de