© Bettina Sangerhausen

Mögliches Zusammengehen der Kirchenkreise im Blick

Mon, 08 Mar 2021 23:00:01 +0000 von Bettina Sangerhausen

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Altkreis Münden/Nieste/Göttingen. Bisher ist der Zusammenschluss der Kirchenkreise Münden und Göttingen, angedacht zum 1. Januar 2023, nicht beschlossen, in Ausschüssen und Arbeitsgruppen (AGs) werden aber derzeit Gemeinsamkeiten und Knackpunkte eines möglichen Zusammengehens ausgelotet. Darüber haben sich die Gruppen beider Kirchenkreise ausgetauscht. Die des Kirchenkreises Münden berichteten ausführlich bei der jüngsten Kirchenkreissynode. 
Dabei wurde deutlich: Es gibt viele Bereiche, in denen die Dinge bereits ähnlich oder parallel laufen, ein Zusammenschluss böte einige Chancen, aber auch Risiken und Befürchtungen wurden skizziert. 

So berichtete beispielsweise die AG Gebäudemanagement, dass sich in diesem Bereich die Arbeit gut harmonisieren ließe, da ähnliche Kriterien bei der Bewertung von Gebäuden und Pfarrhäusern angewandt werden. Noch keine gemeinsame Beschlussempfehlung gab der Bauausschuss ab. Auch in den Finanzausschüssen beider Kirchenkreise wird noch beraten. Zukünftige Zuweisungskriterien könnten beim Zusammengehen gleich gemeinsam erarbeitet werden, hieß es unter anderem.

In der Kinder- und Jugendarbeit haben die Ausschüsse eine ganze Reihe von Berührungspunkten herausgearbeitet, die Herausforderungen in beiden Kirchenkreisen seien ähnlich. Bei zentralen Veranstaltungen könnten aber die größeren Entfernungen zum Problem werden.

Beide Diakonie-Ausschüsse sprechen sich für ein Zusammengehen der Kirchenkreise aus, allerdings sollten beide Diakonie-Standort erhalten bleiben, da nur so die etablierten Kompetenzen und Vernetzungen erhalten werden können.

Der Kindertagesstätten-Verband (Kita-Verband) sieht bei einem Zusammenschluss keine Veränderungen, da die vorhandenen Verbandsstrukturen beibehalten würden, ein Votum wird nach den Beratungen des Göttinger Ausschusses erwartet.

Während es im Kirchenkreis Göttingen einen Ausschuss für Verkündigung, Gottesdienst und Seelsorge gibt, hat der KK Münden kein vergleichbares Gremium. Dennoch gab es auch über diesen Themenbereich Gespräche, ein Austausch wird positiv gesehen. Ähnlich auf dem Sektor Bildung: Auch hier hat Göttingen einen Ausschuss, Münden nicht. In einem gemeinsamen Kirchenkreis könnte man das Thema kirchliche Bildung neu aufstellen. 

In der anschließenden Diskussion in Kleingruppen kamen einige noch offene Punkte teils wiederholt zur Sprache: Die größeren Entfernungen in einem gemeinsamen Kirchenkreis sahen mehrere Teilnehmer als Problem. Das gelte nicht nur bei zentralen Veranstaltungen der Kinder- und Jugendarbeit, sondern auch für Synoden. Auch die Zusammensetzung einer künftigen Kreissynode wurde diskutiert, weil nach einer Übergangszeit nicht mehr automatisch jede Gemeinde mit einer Person dort vertreten sein werde. Gelöst werden soll dies mit „Regionen-Delegierten“, was für diese Ehrenamtlichen dann allerdings auch eine größere Verantwortung bedeuten würde. Man müsse vertraglich sicherstellen, dass dauerhaft zwei Superintendentur-Sitze bestehen bleiben, hieß es weiter. 

Bei der Kirchenmusik gelte es, darauf zu achten, dass die Mittel in Stadt und Land gerecht verteilt werden und sich nicht alles auf die anspruchsvollen Konzerte in der Universitätsstadt konzentriert. Ein Kirchenmusikausschuss könnte dies steuern, und da bei einem Zusammenschluss der ländliche Bereich gegenüber der Stadt Göttingen größer wird, hätten die kleinen Gemeinden dann vielleicht sogar eine bessere Position. 

Mehr aus den Berichten und den Arbeitsgruppen lesen Sie im Protokoll der Synode vom 24. Februar 2021 im Downloadbereich https://kk-muenden.wir-e.de/downloadbereich .