© Bettina Sangerhausen

Ein offenes Ohr für Kranke und Sterbende

Tue, 23 Nov 2021 08:17:31 +0000 von Bettina Sangerhausen

© B. Sangerhausen
Heide Michaela Panke
In unserem Kirchekreis hat Pastorin Heide Michaela Panke die Aufgabe der Seelsorgerin im Klinikum und im Stationären Hospiz Hann. Münden übernommen. Zuhören können, für die Menschen da sein, die jemanden brauchen, das ist ihr sehr wichtig. Was die Arbeit für sie bedeutet, berichtet sie hier (bitte auf "Ganzen Beitrag anzeigen" klicken):
Momo mit einem riesigen Ohr auf dem Schoß – diese Skulptur hat für Pastorin Heide Michaela Panke, Seelsorgerin im Klinikum und im Stationären Hospiz Hann. Münden, Symbolcharakter: Bildhauerin Ulrike Enders hat so das Mädchen aus dem gleichnamigen Roman von Michael Ende in Szene gesetzt, das so gut zuhören kann wie niemand sonst. Zuhören ist das, worauf es in ihrer Arbeit ankommt, sagt Pastorin Panke. Sie steht im Klinikum Hann. Münden (khm) und im Stationären Hospiz Kranken und Sterbenden sowie den Mitarbeitenden und Angehörigen zur Seite. Dabei gehe es nicht darum, was sie den Menschen zu sagen habe, sondern um das, was die Menschen bewegt. In einer durch eine Krankheit bedingten Umbruchsituation oder wenn ein Mensch weiß, dass er sich dem Tod nähert, gebe es oft noch Fragen oder Themen, die in ihm arbeiten. Dann hat Pastorin Panke ein offenes Ohr. „Ich möchte bei den Menschen sein, die jemanden brauchen“, sagt sie. 

Bevor Heide Michaela Panke ihre Arbeit in Hann. Münden aufnahm, war sie achtzehn Jahre Pfarrerin im Werra-Meißner-Kreis. Sie sei immer gern Gemeindepastorin gewesen, doch schon in ihrer Ausbildung habe sie sich auch besonders für die Klinikseelsorge interessiert und das später vertieft. Als ihre beiden Kinder zur Welt kamen und sie vorübergehend in den Teilzeitmodus wechselte, nutzte sie diese Phase zur Weiterbildung und für die Ausbildung zur Klinikseelsorgerin. 

Hier stellt sie sich nun ganz bewusst dem christlichen Auftrag, für Kranke und Sterbende da zu sein. „Aktiv zuhören“ ist für sie dabei der Schlüsselbegriff. Das heiße, die Gefühle des anderen wahrnehmen, verstehen und mit offenen Fragen den Gesprächspartner oder die Gesprächspartnerin zum Nachdenken anregen. Mancher Zuhörer habe beim Zuhören schon eine vermeintliche „Lösung“ parat, sagt sie, so funktioniere das aber nicht. Sie wolle im Gespräch den Menschen ein Stück weit helfen, selbst den Weg aus einer Krise zu finden. Keine Vorgaben machen, nichts überstülpen, sondern dem anderen Aufmerksamkeit schenken steht im Vordergrund, aber jedes Gespräch ermögliche auch eine Begegnung mit Gott. 

„Ich bin sehr froh, dass ein dreiviertel Jahr nach der Verabschiedung von Pastor Michael Stanke die Stelle wieder besetzt werden konnte,“ sagt Superintendent Thomas Henning. „Sowohl aus dem khm als auch aus der Hospizarbeit haben wir Signale bekommen, wie wichtig dort die Seelsorgetätigkeit angesehen wird. Frau Panke hat sich schnell auf die neue Situation eigelassen und ist bereits gut vernetzt. Ich freue ich sehr, dass Frau Panke unser Team im Kirchenkreis wieder komplett gemacht hat.“

Pastorin Panke kommt zu allen Patient*Innen, die das wünschen, unabhängig von deren Konfession. Alle Gespräche sind streng vertraulich und unterliegen dem Seelsorgegeheimnis. Vielen sei ein gemeinsames Gebet wichtig, auf Wunsch reicht sie auch das Abendmahl und vermittelt Kontakt zu Kolleg*Innen anderer Konfessionen oder Religionen. Oft gehe es aber für die Patient*Innen darum, sich bewusst zu werden, was sie in ihrer neuen Situation eigentlich brauchen und was sie möchten. Gesund sein sei mehr als die Abwesenheit von Krankheit, betont Pastorin Panke, der Einklang von Körper und Seele sei wichtig sowie ein gutes Beziehungsnetz. Sie arbeitet mit dem Ambulanten Hospizdienst Alpha zusammen, begleitet dessen Ehrenamtliche und bildet diese auch mit Eva Maschinski und Elke Helberg aus. Sie informiert Patient*Innen, dass Alpha Sterbende auch Zuhause begleitet. Nach langer Corona-Pause bietet sie gemeinsam mit Ehrenamtlichen von Alpha und mit Ursula Hennecke vom Psychologischen Dienst im khm auch wieder die Hospizsprechstunde an: dienstags von 16 bis 17.30 Uhr stehen in Raum NB3.74 im khm Ansprechpartner*Innen bereit. Man kann in dieser Zeit persönlich kommen oder anrufen unter 05541/996-238. Eine vorherige Anmeldung ist nicht erforderlich.