© Bettina Sangerhausen

Synode schlägt "Göttingen-Münden" als Name für neuen Kirchenkreis vor

Wed, 01 Dec 2021 09:04:24 +0000 von Bettina Sangerhausen

„Göttingen-Münden“ lautet der Namensvorschlag für den neuen Kirchenkreis aus der Mündener Synode. Bei 25 Ja-Stimmen fand diese Variante den größten Zuspruch. Zwei Synodale votierten für „Kirchenkreis-Göttingen“, einer enthielt sich. Die Sitzung fand per Videokonferenz statt. Mehr dazu und zu weiteren Themen finden Sie hier (bitte auf "Ganzen Beitrag anzeigen" klicken):
Die Evangelisch-lutherischen Kirchenkreise Münden und Göttingen wachsen derzeit zusammen. Ab 2023 bilden sie einen neuen, großen Kirchenkreis. Wie dieser heißen soll, das entscheidet letztendlich das Landeskirchenamt. Die Synoden unterbreiten diesem ihre Vorschläge. Die sind nun unterschiedlich: Die Göttinger Synode hat sich mehrheitlich für „Kirchenkreis Göttingen“ ausgesprochen, wie Dietmar Lambach berichtete, Vorsitzender der Mündener Synode. 

In der Mündener Synode, die digital stattfand, wurde das Für und Wider beider Vorschläge beleuchtet und auch eine landschaftliche Alternative angesprochen: „Kirchenkreis Weser-Leine“ hatte Pastorin Anette Lapp in den Ring geworfen. Theoretisch wäre auch das möglich, doch da an der Weser noch weitere Kirchenkreise liegen, müsste man diese alle um ihr Einverständnis bitten. 

Im Prozess des Zusammengehens beider Kirchenkreise hatte sich als Arbeitstitel „Göttingen-Münden“ bereits etabliert. Heinz Rüngeling, Vorsitzender des Finanzausschusses, zeigte sich daher „überrascht“, dass nun aus Göttingen ein anderer Vorschlag kam. Der Doppelname würde abbilden, dass es auch zwei Superintendenturen geben wird, eine in Hann. Münden, eine in Göttingen, argumentierte Pastorin Almuth de Buhr-Böckmann. Das Kirchenkreisamt trage auch bereits den Namen „Göttingen-Münden“, so Barbara Jankowski, Kirchenkreissozialarbeit der Diakonie. 

Der Prozess des Zusammengehens verlaufe einerseits sehr rational, so Lambach, habe andererseits aber auch immer eine emotionale Komponente gehabt: Die Befürchtung, zu viel der eigenen Identität aufzugeben, wenn man sich mit dem deutlich größeren Kirchenkreis Göttingen zusammenschließt. Der Kirchenkreis Münden sollte sich daher auch im Namen des neuen Kirchenkreises wiederfinden. 

Dafür plädierte auch Superintendent Thomas Henning. Schon im Namen sollte man erkennen können, dass hier etwas Neues entsteht. Also brauche man auch einen neuen Namen. 

Mit dem Vorschlag „Göttingen-Münden“ folgt die Synode dem Kirchenkreisvorstand (KKV), der sich ebenfalls mehrheitlich dafür ausgesprochen hatte. Dieser Name spiegele das „Verhältnis auf Augenhöhe“ der beiden Kirchenkreise wider, hieß es aus dem KKV.

 

Zuschnitt künftiger „Regionen“ mit Weitblick planen

Die Perspektiven regionaler Zusammenarbeit in den Kirchenkreisen Münden und Göttingen waren ein weiteres Thema der Synode. Bei 23 Ja-Stimmen und 5 Enthaltungen hat die Synode beschlossen, bei der Stellenplanung diese Zusammenarbeit besonders zu beachten. Dabei müsse man darauf achten die Regionen so zuzuschneiden, dass sie auch in Zukunft noch Bestand haben können, sagte Superintendent Thomas Henning. 

 

Arbeitsgruppe für Schutzkonzept gegen sexualisierte Gewalt

Um ein Schutzkonzept gegen sexualisierte Gewalt zu erarbeiten, wird eine Arbeitsgruppe gemeinsam mit dem Kirchenkreis Göttingen eingerichtet. Damit werden die verbindlichen landeskirchlichen Grundsätze für die Prävention, Intervention, Hilfe und Aufarbeitung in Fällen sexualisierter Gewalt umgesetzt. Zwei Synodale bekundeten direkt in der Sitzung Interesse, in der Arbeitsgruppe mitzuwirken. „Bis spätestens Ende 2024 sind in allen kirchlichen Körperschaften und Einrichtungen spezifische Schutzkonzepte zu entwickeln und verbindliche Fortbildungsveranstaltungen für alle ehrenamtlich und beruflich Mitarbeitenden in Leitungsaufgaben und in der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen sowie in Seelsorge und Beratung durchzuführen“, heißt es dazu in der Rundverfügung des Landeskirchenamtes. Die landeskirchliche Fachstelle Sexualisierte Gewalt stehe dabei zur Unterstützung zur Verfügung.