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Künftige Regionen in der Diskussion

Thu, 12 May 2022 17:50:28 +0000 von Bettina Sangerhausen

Ein gebündelter Informationsaustausch und viele Gespräche in großen und kleinen Runden kennzeichneten die gemeinsame Sitzung der Synoden Göttingen und Münden in der St. Blasius Kirche in Hann. Münden, an der 74 Synodale teilnahmen. Thema: Wie soll der zukünftige Kirchenkreis Göttingen-Münden regional organisiert werden?  Über die Bildung von Regionen, in denen Gemeinden Aufgaben gemeinsam wahrnehmen, war in beiden Synoden bereits gesprochen worden. Jetzt widmeten sich die Synodalen gemeinsam intensiver den beiden Denkmodellen mit vier und mit sieben Regionen. 
An den Gesprächen beteiligte sich auch Regionalbischöfin Dr. Adelheid Ruck-Schröder, die eingangs mit duftenden Kastanienblüten symbolisch auf die Zusammenkunft einstimmte.

Als „Kennenlern-, Begegnen- und Beraten-Synode“ bezeichnete Moderator Prof. Dr. Herbert Asselmeyer, Institut für Sozial- und Organisationspädagogik an der Universität Hildesheim, das Treffen und animierte dazu, auf Personen zuzugehen, mit denen man noch nie vorher gesprochen hat.  Die beiden vorgestellten Modelle seien als Anregung zu verstehen, „es gibt kein perfektes Modell, nur Denkangebote“, betonte er.

So sammelten die Synodalen in zwei Phasen jede Menge Pro und Contra für beide Ansätze -  Phase eins in vier Gruppen analog dem Vierermodell, Phase zwei in sieben Gruppen gemäß der Aufteilung des Siebenermodells, jeweils mit fachlich versierter Gesprächsleitung. 

Vom bereits fundierten Meinungsbild zu den Entwürfen bis zu „ich möchte mich hier erstmal schlau machen“ reichte die Palette, von pragmatischer Zustimmung zu rein organisatorischen Fragen bis hin zu emotionaleren Aspekten von gefühlter Regionszugehörigkeit. 

Während eine Aufteilung in vier große Regionen verspricht, auch in fernerer Zukunft noch zu funktionieren, habe dasselbe Modell doch wegen der weiten Wege auch Nachteile. Bei einer Aufteilung des Kirchenkreises Göttingen-Münden in sieben dann deutlich kleinere Regionen würde man einander bereits besser kennen, liefe aber Gefahr, sich in einigen Jahren erneut mit anderen zusammenschließen zu müssen, da bei sinkenden Mitgliederzahlen die Regionen dann wieder zu klein werden können, lauten einige Aspekte.

Beim Zuschnitt der Regionen solle man kommunale und soziale Strukturen berücksichtigen, hieß es aus den Gesprächsrunden. Während die einen sich ausdrücklich dafür aussprachen, Stadt und Land zu mischen, rieten andere zum genauen Gegenteil. 

Wie kann man in einer großen Region den Informationsfluss aufrechterhalten? Welche Aufgaben kommen auf Haupt- und Ehrenamtliche zu? lauteten zwei der Fragen, die aufkamen. Andere warteten schon mit ganz konkreten Vorschlägen auf: Gemeindebrief, Social-Media-Präsenz und Jugendarbeit könnten Gemeinden einer Region ganz gut zusammenlegen, die Seniorenarbeit solle jedoch lokal bleiben, hieß es beispielsweise. 

Entscheidungen wurden in der Sitzung nicht gefällt. Dennoch war die Zusammenkunft mehr als nur eine Stimmungsbild-Aufnahme, wurden doch viele konkrete Fragen aufgeworfen und Details angesprochen, an denen nun weitergearbeitet werden kann. Noch in diesem Jahr soll abschließend entschieden werden. 
Quelle: B. Sangerhausen
Steffen Magerhans (Vors. Synode Göttingen), Dr. Frank Uhlhorn (Superintendent Göttingen) Regionalbischöfin Dr. Adelheid Ruck-Schröder, Dietmar Lambach (Vors. Synode Münden) und Thomas Henning (Superintendent Münden, von links).