© Bettina Sangerhausen

Zu Gast sein

Sun, 31 Jul 2022 07:57:04 +0000 von Ralf Heinemann

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Nachgedacht von
Pastorin Heide Michaela Panke

„Herzlich willkommen!“ So empfängt das kleine Sekt-Gedeck auf dem Tisch die Ankommenden. „Schön, dass Sie jetzt hier bei uns zu Gast sind!“ Alles ist vorbereitet, das Zimmer gemütlich eingerichtet. Jetzt nur noch die Tasche ausräumen und die persönlichen Dinge verstauen, während eine freundliche Stimme fragt: „Kann ich Ihnen noch etwas Gutes tun?"
Gast sein zu dürfen, umsorgt zu werden, empfinde ich als Wohltat für Leib und Seele. Gerade jetzt im Urlaub. Sorgen und Mühen des Alltags hinter sich zu lassen, durchzuatmen, das eigene Leben wahrzunehmen. Tun, was einem wichtig ist. Zeit zu haben für Familie und Freunde. Mir bewusst zu werden, was mein Leben ausmacht.

Gast sein heißt auch, dass die Zeit begrenzt ist. Urlaub geht zu Ende. Voll von Eindrücken kehre ich gerne heim. Dass meine Zeit begrenzt ist, gilt ja auch für mein Leben insgesamt. Auf dieser Erde bin ich nur zu Gast. Besonders eindrücklich erlebe ich das in der Arbeit im Hospiz in Hann. Münden und des ambulanten Hospizdienstes Alpha. Wie auch die Gäste selbst. In Krankheit, im Abschiednehmen zeigt ihnen beim Ankommen ein selbstgenähtes Herz auf dem Bett: „Sie sind wichtig, weil Sie eben Sie sind. Sie sind bis zum letzten Augenblick Ihres Lebens wichtig, und wir werden alles tun, damit Sie nicht nur in Frieden sterben, sondern auch bis zuletzt Leben können.“ (Cicely Saunders)

Gut, denke ich, wenn wir einander so sehen und füreinander einstehen können. Und dann? Dann steht Gott für uns ein. Im Wochenspruch lese ich: „Ihr seid nicht länger Fremde und Gäste. Ihr seid Bürger des Himmels; ihr gehört zu Gottes Haus, zu Gottes Familie.“ (Eph 2,19)